Jägerschaft Gardelegen e.V.

Zur Jägerschaft Gardelegen e.V. gehören 5 Hegeringe. Dazu zählen:

    • 1. HR Lindstedt                 
    • 2. HR Schwiesau               
    • 3. HR Mieste                     
    • 4. HR Estedt                                                                      
    • 5. HR Kakerbeck               

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Netzwerk Niederwild

Unter dem Namen 'Netzwerk Niederwild' ist eine Studie in drei unterschiedlich strukturierten Revieren Sachsen-Anhalts in Auftrag gegeben worden, die die Hintergründe der Niederwildmisere untersuchen soll und Handlungsempfehlungen zum Erhalt von Hase, Fasan und Co. erarbeiten soll. LJV-Präsident Dr. Hans-Heinrich Jordan betonte zum Projektstart: “ Der Feldhase ist die Leitart im Projekt, aber es geht in den Untersuchungen auch um die Bewahrung der gesamten Artenvielfalt im Agrarraum.”

In den nächsten  Jahren werden in den Referenzrevieren Bad Bibra (Burgenlandkreis), Wellen (Bördekreis) und Schenkenhorst (Altmarkkreis Salzwedel)verschiedene Maßnahmen zur Biotopverbesserung und intensiven Raubwildbejagung zur Anwendung kommen. In Zusammenarbeit mit den Landwirten sollen unter den Gesichtspunkten der Niederwildhege verschiedene Saatmischungen auf den unterschiedlichen Bodentypen getestet werden. Die drei        Reviere sind unterschiedlich strukturiert und bieten verschiedene natürliche Vorrausetzungen und Lebensräume für das Niederwild. Auch klimatische und wirtschaftliche Bedingungen und Voraussetzungen unterscheiden sich voneinander. So sind beispielsweise die Ackerschläge in Wellen am größten und prägen das Jagdrevier im Vergleich zu den anderen zwei Revieren am stärksten.                     

Auch die von den Jägern in ihren Revieren vorgenommen Hegemaßnahmen und ihre Jagdmethoden hängen vom örtlichen Wildbestand und anderen Faktoren ab. Gegenwärtig werden sämtliche Daten über die Reviere gesammelt und zusammengestellt. Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE), vertreten durch die Wildwissenschaftlerin Grit Greiser, begleitet das Projekt wissenschaftlich .Man erhofft sich Aufklärung darüber, welche Maßnahmen bei der Jagd und welche Biotopverbesserungen auf welchen Flächen den Niederwildbestand erhalten und verbessern können.

In Sachsen-Anhalt rechnet man mit mindestens 42 000 Waschbären. 1992 erlegten Jäger elf der Tiere, 2011 waren es rund 14 000.

Quelle:   LJV Sachsen-Anhalt

Niedlich seien sie, aber auch enorm schädlich vor allem für das Niederwild, sagt Jäger Berthold Volber vom Schenkenhorster Revier bei Gardelegen. Auf Bäumen raubt der geschickte Kletterer Vogelnester ebenso aus wie auf dem Boden. Von der Maus über junge Hasen bis hin zu Vogelkindern werde von ihm nichts verschmäht. An Gewässern gilt sein Interesse Fischen. "Der Plage werden wir Jäger kaum Herr."

 

                  Referenzrevier Schenkenhorst

Das Revier Schenkenhorst liegt im nördlichen Teil Sachsen Anhalts und ist durch zahlreiche Baumgruppen, Baumgruppenreihen und Hecken geprägt. Neben der Milde findet man zahlreiche Wassergräben, die den Jagdbezirk  zusätzlich als Brutstätte vieler verschiedener Arten aufwertet.  Gehölz- und Gewässeranteil ist mit 15 ha bzw. 5 ha relativ hoch.

 

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Das Revier Schenkenhorst liegt im nördlichen Teil Sachsen Anhalts und ist durch zahlreiche Baumgruppen, Baumgruppenreihen und Hecken geprägt. Neben der Milde findet man zahlreiche Wassergräben, die den Jagdbezirk  zusätzlich als Brutstätte vieler verschiedener Arten aufwertet.Der Gehölz- und Gewässeranteil ist mit 15 ha bzw.5 ha relativ hoch.

Im Revier kommen derzeit etwa 9 Hasen pro 100 ha vor. Desweiteren wurden im Frühjahr 2012  8 Rebhuhnpaare und 8 balzende Fasanenhähne bestätigt. Wildkaninchen kommen zur Zeit nicht vor. In den wasserführenden Gräben und in der Milde sind Stockenten zahlreich. Die geschätzte Anzahl beläuft sich auf ca. 8-10 Brutpaaren. Wachteln wurden ebenfalls bestätigt.  Im Revier kommt  weiterhin Fuchs, Dachs, Baum- und Steinmarder, Iltis, Hermelin, Kolkrabe, Nebel-und Rabenkrähe, Marderhund, Waschbär und Nutria vor. Außerdem nutzen Mäusebussard, Sperber, Milan, Kolkrabe, Feldlerche, Baumfalke und der Wanderfalke  das    Revier als Brutstätte.                                                                                                                         
 

Derzeit werden drei Wildäcker betrieben.  Um eine erfolgreiche Raubwildbejagung zu ermöglichen, wird überwiegend die Fallenjagd mit einem sehr hohen zeitlichen Aufwand betrieben, die mit 6 ortsansässigen Jägern koordiniert wird. Beim Schalenwild ist Rehwild dauerhaft vorkommend und Schwarzwild kommt als Wechselwild vor.  Im Revier wurden 5 Kunstbaue angelegt. Die häufigste Jagdmethode ist die Ansitzjagd. Einmal im Jahr wird eine Ansitzdrückjagd durchgeführt.                                                                                                                   In den letzten Jahren wurden viele Sträucher und Bäume gepflanzt und gepflegt. Von den    Jägern wurden Nistkästen angebracht und drei Wildäcker mit je 0,5 ha mit Saatgutmischungen bestellt . Für die Fütterung in Notzeiten stehen Fasanenschütten zur Verfügung.  

 

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Möglichkeiten der Verbesserung der Strukturvielfalt und  Artenvielfalt

Dauerhafte Strukturen

  • Verbesserung / Wiederherstellung von Feldrainen
  • Anlage von Wildäcker und Wildwiesen 
  • Schaffung von Waldrändern und Waldrandsaumvegetation
  • Anlage von Streuobstbeständen

Jährlich wechselnde oder mehrjährige Strukturen

-Ansaat von Stilllegungsflächen mit dem Ziel, Nahrungs- und Bruthabitate zu verbessern  

-Anlage von Ackerrand- und Blühstreifen                                                                                                               

 -Besonnungs- und Abtrocknungsstreifen in der Nähe von Brachflächen und 
   Wildäckern                                             

-Anlage von (Bejagungs-) Schneisen ab 15 ha                                                        

 

Sonstige allgemeine Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes

 

-Extensivierung der Grünlandnutzung ( Schnittintervalle, Mähtechnik, gestaffelte
  Maht )                            

-Extensivierung der Ackerlandnutzung ( Kleinflächennutzung, Erweiterung der Fruchtfolge, 
  Zwischenfruchtanbau

-Verminderung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes / Aussparren von Randstrukturen bei der   
  Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

-Pflege von Hecken, Gehözbeständen und  Säumen 

Quelle:

Machbarkeitsstudie / Einrichtung von Referenzrevieren für die  Niederwildbewirtschaftung in SachsenAnhalt    

Grit Greiser          Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft des
                              Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde                      

                               Mit freundlicher Unterstützung B. Volber

 

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